Zum Glück – das Neueste zuerst

Abnormal – Lebensmittel abseits der Industrienorm

Ja, es stimmt schon: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es sind die Rituale des Alltags, die Leuchtfeuer, die uns durchs Leben lenken. Das Vertraute gibt uns Sicherheit. Und das ist gut so.

Deshalb rechnen wir damit, dass der Frühstücksaufstrich schmeckt wie immer, dass die Jausensemmel nach frischem Gebäck riecht, wie immer. Dass der Deckel der Saftflasche beim Öffnen wiedererkennbar ploppt. Wir rechnen damit, weil auf der anderen Seite des Zauns, bei der Produktion, jemand gesessen ist, der genauso rechnen kann wie wir.

Der österreichische Kybernetiker Heinz von Foerster hat den Begriff der Trivialen Maschine geprägt. Das ist kurz gesagt, ein System, in dem ein berechneter Input einen berechenbaren Output erzeugt. Wenn ich einen so und so konstruierten Lichtschalter betätige, geht das Licht an. Trivial.

Wenn ich bestimmte Zutaten in einer bestimmten Mischung einem bestimmten Prozess unterziehe, spuckt die Triviale Maschine ein Lebensmittel aus, das tausend- oder millionenfach gleich schmeckt, gleich riecht, gleich aussieht. Die Marmelade und der Bergkäse aus dem Supermarktregal? Trivial, wie beinahe alles, was uns der Lebensmittelhandel anbietet.

Das wollen wir so. Wollen wir das? Eine Henne-Ei-Geschichte. Was war zuerst? Das normierte Lebensmittel, an das wir uns gewöhnt haben? Oder der Bedarf an Gewohntem, den die Lebensmittelindustrie befriedigt?

Wer einmal in einer italienischen Salumeria oder Formaggeria gestanden ist, bekommt eine Ahnung von kulinarischer Handwerkskunst abseits der skalierbaren Normproduktion. Es ist das Ab-Normale, das uns fasziniert, der ganz besondere Geschmack, der entsteht, wenn sich einer Gedanken macht und über das Gewohnte hinaus neu denkt. Wenn sich einer traut, etwas zu verändern, bewährte Rezepte über den Haufen zu werfen und das Nicht-Triviale wagt.

Das ist exakt, was wir mit unseren Kleinserien anstellen. Natürlich protokollieren wir die Produktionsprozesse, um Erfolgreiches von dem zu trennen, das es aus guten Gründen nicht in die Verkaufsregale schafft. Trotzdem werden keine zwei Chargen des selben Produkts gleich schmecken, riechen oder aussehen. Weil uns jedesmal eine Idee dazwischenkommt. Oder eine Zutat, die von Natur aus unberechenbaren Faktoren unterworfen ist. So sind und bleiben unsere Salze und Schnäpse, unsere Marmeladen, Chutneys und Öle nicht-trivial. Hand drauf.

Denn wo das Denken endet, beginnt die Gewohnheit. Und dafür sind wir nicht zu haben, sorry.

Lust auf Neues und eine vergnügliche Zeit wünschen euch

Die Selbermacher

Eva und Stefan

 

Köstlichkeiten, Workshops und Kultur

Käse selber machen

– geht das in der eigenen Küche? Ganz ohne Spezialausrüstung?
Ja, das geht! Und bei uns kannst Du es lernen.

GRUPPENTERMINE – Nach freier Vereinbarung bieten wir gerne Workshops ab 4 TeilnehmerInnen an. Anfragen nehmen wir telefonisch, persönlich während der Ladenöffnungszeiten oder über unser Kontaktformular entgegen.

      • Bei bis zu 8 Personen bieten wir nach Absprache attraktive Paketpreise, außerdem sind wir auf Wunsch mit unserer Käsemacherwerkstatt auch mobil.

        Wir haben übrigens ein Video gedreht, um dir einen schnellen Überblick zu geben, wie das mit der Käsemacherei läuft.

Die Selbermacher